3. Tag – Selfoss: Þingvellir National Park

Heute lief das mit dem Aufstehen schon deutlich geordneter. Alle wurden ungefähr zur selben Zeit wach – ein kleines logistisches Meisterwerk, fast schon planbar. Nach dem Frühstück – ja, auch dieses Mal wieder mit einem 6-Minuten-Ei 🙂 – sind wir in Richtung Þingvellir National Park aufgebrochen, der Hauptattraktion unseres heutigen Tages.

Also ging es wieder über viele gewundene Straßen, bergauf und bergab, ungefähr eine Stunde lang quer durch die isländische Landschaft. Und wie so oft hier: Der Weg ist eigentlich schon Teil des Programms.

ℹ️ Þingvellir National Park
Der Þingvellir National Park gehört zu den bekanntesten Orten Islands. Hier treffen die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinander – beziehungsweise driften langsam voneinander weg. Gleichzeitig ist der Ort historisch bedeutend, da hier eines der ältesten Parlamente der Welt tagte.

Dort angekommen, haben wir erst einmal kurz das Visitor Center ausgecheckt und uns orientiert. Danach ging es entlang der Kontinentalplatten in Richtung Öxarárfoss, einem wirklich schönen Wasserfall. Der Weg ist gut ausgebaut und auch mit Kindern machbar. Hin und zurück sind es vom Parkplatz P1 aus ungefähr fünf Kilometer – mit diversen interessanten Spots unterwegs.

ℹ️ Öxarárfoss
Der Öxarárfoss ist ein malerischer Wasserfall im Þingvellir National Park. Er liegt gut erreichbar an einem Wanderweg durch die Schlucht und ist damit auch für Familien ein schönes Ziel ohne größere Strapazen.

Auf dem Rückweg kann man dann auch noch eine alternative Route durch das „Tal“ nehmen. Dabei kommt man unter anderem an der Sommerresidenz des isländischen Premierministers vorbei. Natürlich haben wir nicht geklingelt. Wir wollten ja nicht direkt mit Staatsbesuch eskalieren.

Mittagessen hatten wir heute dabei, denn der Plan war ein frühes Abendessen bei Ölverk. Dazu aber später mehr. Erst einmal ging es vom Nationalpark weiter nach Hveragerði in den „The Geothermal Park“.

ℹ️ Hveragerði
Hveragerði ist bekannt für seine geothermische Aktivität. In und um den Ort wird Erdwärme unter anderem für Gewächshäuser, heiße Quellen und kleine geothermische Anlagen genutzt. Man merkt hier sehr schön, wie nah Island an seinem heißen Inneren dran ist.

Der Geothermal Park war eigentlich nur als kleiner Lückenfüller gedacht, hat uns aber sehr positiv überrascht. Man konnte Gemüse aus dem eigenen Gewächshaus naschen, das mit Geothermie beheizt wird. Edgar durfte ein Ei in einer heißen Quelle kochen, und es gab einen Geysir, der alle zehn Minuten eine doch sehr beachtliche Fontäne ausgestoßen hat.

ℹ️ The Geothermal Park
Der Geothermal Park in Hveragerði ist kein riesiger Freizeitpark, sondern eher ein kleiner, informativer Ort rund um heiße Quellen, Geothermie und Gewächshausanbau. Für Familien ist besonders spannend, dass man dort ein Ei in einer heißen Quelle kochen kann.

Auch der Rest des Parks war schön gemacht und sehr informativ. Nicht riesig, nicht funky, aber für die 500 ISK Eintritt auf jeden Fall sein Geld wert. Manchmal sind genau solche kleinen Stopps am Ende überraschend gut – so ein bisschen wie der Support Act, der heimlich besser ist als erwartet.

Nach dieser kurzweiligen Beschäftigung ging es dann endlich in die Ölverk Pizza & Brewery. Am späten Nachmittag war es dort auch nicht schwer, einen Platz zu finden, und die Auswahl an Bieren war gut.

ℹ️ Ölverk Pizza & Brewery
Ölverk in Hveragerði verbindet Pizza mit Craft Beer – eine Kombination, bei der man eigentlich schon aus Prinzip nicht meckern darf. Neben verschiedenen Bieren gibt es auch Dosen zum Mitnehmen und eine gemütliche Atmosphäre.

Also haben wir gemütlich ein IPA – ich – und ein Skyr Sour – Franzi – hinter die Binde gekippt und dabei alle zusammen Pizza gegessen. Die Preise sind, wie überall in Island, durchaus happig: Eine Pizza liegt ungefähr bei 25 Euro. Das Bier war mit etwa 10 bis 11 Euro gar nicht so weit weg von deutschen Preisen für Craft Beer dieser Kategorie. Also zumindest dann, wenn man es sich lange genug schönredet.

Das Personal war sehr nett, es gibt auch Dosen zum Mitnehmen, und geschmeckt hat es ebenfalls. Was will man mehr? Pizza, Bier, nette Leute – Island hat geliefert.

Danach war es zwar erst später Nachmittag, aber wir mussten noch etwas einkaufen und anschließend zurück ins Ferienhaus. So waren wir gegen 18 Uhr wieder dort.

Jetzt lassen wir den Tag Revue passieren und schließen die Planung für morgen ab. Dann geht es nämlich weiter zur nächsten Unterkunft – allerdings nicht besonders weit entfernt.

Tschau!

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