Nach dem Aufstehen – teilweise zu ziemlich unterschiedlichen Zeiten – startete der Tag erstmal gemütlich. Edgar war gestern schon sehr früh eingeschlafen und dementsprechend heute auch sehr früh wach. Also gab es erstmal Frühstück mit typisch isländischer Salami, Eiersalat und einem guten 6-Minuten-Ei. Ja, wir haben vorher gegoogelt, wie lange man Eier hier kochen sollte. Sicher ist sicher, bevor das Ei am Ende vulkanisch aktiv wird.
Danach haben wir noch ein paar Sachen vorbereitet und sind um 09:15 Uhr in Richtung Reithalle aufgebrochen – zu Edgars erstem direkten Pferdekontakt. Geplant waren 10 Minuten Reiten in der Reithalle. Naja, so richtig Bock hatte er dann auf einmal doch nicht mehr, aber für ein paar Schritte und anschließendes „Grasen gehen“ mit dem Pferd hat es gereicht.
Ach ja, das hatte ich noch gar nicht erwähnt: Wir wohnen hier quasi auf einem Bauernhof mit klarem Fokus auf Pferden. Direkt um unser Ferienhaus stromern ständig Pferde herum – darunter auch zwei ganz junge Fohlen, gerade mal wenige Tage alt. Ziemlich süß und definitiv ein Highlight direkt vor der Haustür.

Nach diesem kurzen Reiterlebnis haben wir uns auf den Weg zum Gullfoss-Wasserfall gemacht. Hier hat alles etwas länger gedauert, da Edgar noch etwas Schlaf aus der letzten Nacht nachgeholt hat. Aber als er wieder wach und guter Laune war, lief es.
Der Gullfoss selbst ist wirklich beeindruckend. Ein sehr schöner Wasserfall mit gut ausgebauter Infrastruktur und ordentlich Naturgewalt. Man steht da, schaut auf diese Wassermassen und denkt sich: Jo, da möchte man jetzt eher nicht reinfallen. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass es hier in der Hauptsaison ziemlich voll werden kann.
Der Gullfoss zählt zu den bekanntesten Wasserfällen Islands und ist eine der Hauptstationen am Golden Circle. Besonders beeindruckend sind die gewaltigen Wassermassen, die stufenartig in eine tiefe Schlucht stürzen.


Gut, nun war es schon kurz nach Mittag, aber das Kind war soweit versorgt und wir haben gesagt: Den Strokkur-Geysir ziehen wir jetzt noch durch. Gesagt, getan.

Auch das war sehr nett. Der Eintritt kostet nichts, dafür liegt das Parken bei ungefähr 8 Euro. Aus unserer Sicht lohnt sich das aber absolut. Das ganze Gelände ist schön angelegt und der Strokkur bricht ungefähr alle fünf Minuten aus – wobei es bei uns gefühlt sogar häufiger war. Teilweise kamen wirklich beachtliche Wasserfontänen nach oben.
Krass, was die Natur so alles anstellt. Ich frage mich bei solchen Orten immer: Was hat wohl der erste Mensch gedacht, der hier jemals vorbeigekommen ist? Wahrscheinlich irgendwas zwischen „faszinierend“ und „ich ziehe dann mal lieber weiter“.
Das Geysir-Gebiet gehört zu den bekanntesten Naturattraktionen Islands. Der aktive Strokkur schießt regelmäßig heißes Wasser in die Luft und macht die Kraft der Geothermalenergie direkt erlebbar.


Gesehen, für cool befunden und weiter ging es zum späten Mittagessen nach Friðheimar. Eigentlich handelt es sich dabei um Gewächshäuser für Tomaten, die aber öffentlich begehbar sind und eine Gastronomie haben. Unser Ferienhaus-Host hatte uns den Tipp wärmstens empfohlen – und wir wurden nicht enttäuscht.
Das Ambiente mitten im Gewächshaus ist wirklich besonders. Die Karte ist klein, aber fein, mit vielen vegetarischen Gerichten und der Option auf Fleisch. Allen hat es geschmeckt. Besonders gut: Das Brot, das wirklich sehr lecker war, war im Preis enthalten und unbegrenzt verfügbar.

Edgar hat in durch sein Alter sogar kostenlos eine Tomatensuppe bekommen. Sehr gut. Kind satt, Erwachsene satt, Tomatenlevel erfolgreich erhöht.
Friðheimar ist ein besonderes Ausflugsziel am Golden Circle. In den Gewächshäusern werden Tomaten angebaut, gleichzeitig kann man dort mitten zwischen den Pflanzen essen – vor allem Tomatensuppe, Brot und weitere Gerichte rund um die Tomate.
So gestärkt haben wir uns langsam auf den Weg nach Selfoss gemacht, da wir noch einmal einkaufen mussten. Auf dem Weg lag allerdings auch noch Kerið – ein See in einem Vulkankrater, der vor rund 4.000 Jahren entstanden ist. Also sind wir dort auch noch kurz vorbei.
Der Eintritt lag bei 700 ISK pro Person und war aus unserer Sicht völlig okay. Damit hatten wir direkt das nächste Naturhighlight auf unserer Tour. Also einmal rundherum spaziert, gestaunt, Bilder gemacht und dann weiter zum Einkaufen.
Kerið ist ein vulkanischer Kratersee entlang des Golden Circle. Besonders auffällig sind die roten und dunklen Kraterwände im Kontrast zum Wasser des Sees. Ein kurzer Rundweg führt einmal um den Krater herum.
Ab hier wurde es dann eher unspektakulär: einkaufen, zurück in die Ferienwohnung fahren, Abendessen machen und den nächsten Tag planen. Morgen geht es in einen der hiesigen Naturparks – wir sind gespannt.
Tschau!