Auch heute stand wieder ein Ortswechsel an – und diesmal sogar ein etwas größerer. Rund vier Stunden reine Fahrzeit lagen vor uns. Also hieß es: zeitig aufstehen.
HAHA. Als ob wir da eine Wahl gehabt hätten. Edgar war um 05:30 Uhr wach und draußen war es schon taghell. Willkommen in Island – Schlafrhythmus macht hier anscheinend auch Urlaub.
Trotzdem startete der Tag richtig gut. Nachdem alle mehr oder weniger fertig waren, ging es in den Aufenthaltsraum des Guesthouses. Dort wurden bereits die Vorkehrungen für das Frühstück getroffen: leckere Waffeln, selbstgemachte Marmelade, Sirup, Nutella, Erdnussbutter und Kaffee so viel das Herz begehrt. Und das alles war im Preis inbegriffen. Phänomenal – insbesondere in Island, wo sonst gefühlt schon das Anschauen eines belegten Brötchens Kreditwürdigkeitsprüfung auslöst.
Die Gastgeber waren außerdem sehr, sehr nett, herzlich und auch immer für den ein oder anderen Plausch zu haben. Also: Loa’s Nest in Hella können wir wirklich empfehlen.
Loa’s Nest ist ein familiengeführtes Guesthouse in Südisland und liegt praktisch für Ausflüge zu vielen bekannten Sehenswürdigkeiten der Region. Besonders charmant ist der gemeinschaftliche Frühstücksbereich, in dem morgens hausgemachte Waffeln serviert werden. Die Unterkunft setzt auf eine persönliche, gemütliche Atmosphäre und ist damit ein angenehmer Zwischenstopp auf einer Island-Rundreise.
Final los kamen wir dann gegen 09:00 Uhr, was erstaunlich gut geklappt hat. Erstes Ziel der Reise: Reykjavík. Wegen der begrenzten Zeit gab es dort zwar nur das „Sparprogramm“, aber auch das war richtig schön.
Geparkt haben wir am Hafen beim Konzerthaus Harpa und konnten dieses damit direkt mitnehmen. Von dort ging es weiter zum Sun Voyager, anschließend zur Hallgrímskirkja, die wir ausgiebig bestaunt haben. Danach führte uns der Weg über die Rainbow Street zu einem Hot Dog bei Bæjarins Beztu Pylsur – und anschließend wieder zurück zum Parkhaus.
Eine gute Runde für wenig Zeit.
Reykjavík ist die Hauptstadt Islands und gleichzeitig das kulturelle, politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Stadt liegt an der Faxaflói-Bucht und verbindet moderne Architektur, farbenfrohe Straßen, kleine Cafés, Hafenatmosphäre und kurze Wege. Viele der bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Zentrum lassen sich gut zu Fuß miteinander verbinden.
Die Harpa ist eines der markantesten Gebäude Reykjavíks und liegt direkt am Hafen. Die Glasfassade wurde unter anderem von den Basaltformationen der isländischen Landschaft inspiriert und entstand in Zusammenarbeit mit dem dänisch-isländischen Künstler Ólafur Elíasson. Heute dient die Harpa als Konzert- und Konferenzhaus und ist auch ohne Veranstaltung einen kurzen Besuch wert.


Der Sun Voyager, auf Isländisch Sólfar, ist eine bekannte Stahlskulptur an der Uferpromenade von Reykjavík. Sie wurde vom Künstler Jón Gunnar Árnason geschaffen und wird oft mit einem Wikingerschiff verwechselt. Tatsächlich ist sie eher als Traumboot und Ode an die Sonne gedacht – mit schönem Blick auf die Bucht und den Berg Esja.


Die Hallgrímskirkja ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Islands. Mit ihrem rund 74,5 Meter hohen Turm prägt sie die Skyline von Reykjavík. Ihr markantes Design wurde von isländischen Naturformen wie Basaltsäulen inspiriert. Von außen wirkt die Kirche besonders beeindruckend, während das Innere eher schlicht gehalten ist.

Die Kirche war tatsächlich beeindruckend – allerdings für uns deutlich mehr von außen als von innen. Die Regenbogenstraße war nett, mit vielen Touristenläden, kleinen Geschäften und ordentlich Betrieb. Und der Hot Dog? Sehr lecker. Manchmal braucht es eben keine Sterneküche, sondern einfach eine gute Wurst auf die Hand.
Die Rainbow Street liegt im Zentrum von Reykjavík und ist ein farbenfroher Abschnitt der Straße Skólavörðustígur. Sie verbindet den Bereich um die Einkaufsstraße Laugavegur mit dem Aufstieg zur Hallgrímskirkja. Die bunte Straße ist ein beliebtes Fotomotiv und steht zugleich für Offenheit, Vielfalt und die lebendige Innenstadt Reykjavíks.

Bæjarins Beztu Pylsur ist der wohl bekannteste Hot-Dog-Stand Islands und versorgt Reykjavík bereits seit 1937 mit isländischen Hot Dogs. Klassisch bestellt man „ein með öllu“, also einen Hot Dog mit allem: rohen Zwiebeln, Röstzwiebeln, Ketchup, süßem Senf und Remoulade. Für isländische Verhältnisse ist das Ganze fast schon ein Schnäppchen – also quasi kulinarische Krisenprävention.

Auf dem Weg nach Grundarfjörður haben wir dann nur noch einen kurzen Zwischenstopp zum Kaffeetrinken und Einkaufen eingelegt. Danach sind wir direkt durchgefahren. Gegen 17:00 Uhr waren wir an der Unterkunft und konnten alles in Ruhe in Beschlag nehmen.
Das Häuschen ist sehr nett und schick – und der Blick auf den Kirkjufell ist natürlich ein ziemliches Brett. Island weiß schon, wie man bei der Aussicht nochmal einen draufsetzt.
Grundarfjörður ist ein kleiner Ort auf der Nordseite der Snæfellsnes-Halbinsel und liegt malerisch am Breiðafjörður. Bekannt ist der Ort vor allem durch den nahegelegenen Kirkjufell, der als Wahrzeichen der Region gilt und von vielen Punkten im Ort aus zu sehen ist. Die Umgebung bietet Berge, Küstenlandschaft, Wasserfälle und typisch isländische Weite.
Der Kirkjufell ist ein 463 Meter hoher Berg bei Grundarfjörður auf der Snæfellsnes-Halbinsel. Durch seine markante Form und die Lage am Wasser gehört er zu den meistfotografierten Bergen Islands. Besonders bekannt ist der Blick mit dem nahegelegenen Wasserfall Kirkjufellsfoss im Vordergrund – ein Motiv, das auf Island-Postkarten quasi Dienstpflicht hat.
Die Snæfellsnes-Halbinsel wird oft als „Island im Miniaturformat“ beschrieben, weil hier viele typische Landschaftsformen des Landes auf engem Raum zusammenkommen: Lavafelder, Berge, Küsten, schwarze Strände, helle Sandbuchten, kleine Orte und der Snæfellsjökull-Nationalpark. Für Roadtrips ist die Region daher besonders beliebt.




Abendessen gab es heute wieder ganz klassisch: Nudeln. Diesmal allerdings mit Lamm als Sidedish. Man muss ja kulinarisch flexibel bleiben.
Nach dem Abendessen sind Franzi und ich noch eine Runde „gewandert“. Naja, zumindest knapp 5,5 Kilometer. Das sind dann wohl die Benefits von Urlaub mit Oma und Opa: auch mal ein bisschen Zeit zu zweit. Sehr angenehm.
Jetzt, um 23:00 Uhr, geht hier so langsam die Sonne unter – und wir gehen ins Bett.
Over and out!