6. Tag – Grundarfjörður (Snæfellsjökulsþjóðgarður)

Heute ging es wieder eher gemütlich los. Also vom Aufstehen einmal abgesehen, denn Edgar war natürlich wieder zeitig wach. Ansonsten aber erstmal in Ruhe Brötchen aufbacken, Eier kochen und frühstücken. So muss Urlaub starten. Also zumindest, wenn das Kind es erlaubt.

Danach wurden noch Schnittchen für den Tag geschmiert, es gab einen kurzen Spaziergang zum örtlichen Supermarkt und ein paar Kleinigkeiten wurden besorgt. Gegen 10 Uhr ging es dann los in Richtung Snæfellsjökulsþjóðgarður. Und ja, ich benutze das isländische Wort für Nationalpark, weil es einfach lustiger aussieht.

ℹ️ Snæfellsjökulsþjóðgarður
Der Snæfellsjökull-Nationalpark liegt an der westlichen Spitze der Halbinsel Snæfellsnes und wurde 2001 gegründet. Er umfasst eine eindrucksvolle Mischung aus Lavafeldern, Küstenabschnitten, Vogelklippen, historischen Stätten und dem namensgebenden Gletscher-Vulkan Snæfellsjökull.

Ziel war der Arnarstapi Trailhead, um von dort eine Wanderung entlang der Küste in Richtung Hellnar zu unternehmen. Die Route hatte ich morgens noch fix bei Komoot geplant. Mit gut 6,5 Kilometern zwar nicht ganz wenig für Edgar, aber wird schon passen, dachte ich mir. Klassiker.

ℹ️ Arnarstapi und Hellnar
Arnarstapi und Hellnar sind zwei kleine Orte an der Südküste von Snæfellsnes. Der Küstenweg zwischen beiden Orten ist besonders für seine Lavaformationen, Basaltklippen, Felsbögen und Ausblicke auf den Atlantik bekannt. Die Strecke gehört zu den beliebten kurzen Wanderungen auf der Halbinsel.

Dass es am Ende eine dieser typischen „Komoot, ich zeig dir jetzt mal, wo es langgeht“-Routen werden würde, konnte ich natürlich nicht wissen. So ging es zunächst auf gut befestigten Wegen entlang der Küste, vorbei an mehreren schönen Aussichtspunkten in Richtung Hellnar, bis wir an ein Tor kamen.

Ab dort wurde es schon etwas anspruchsvoller. Der Weg führte durch ein Lavafeld, war aber dennoch gut begehbar. Also gut begehbar im isländischen Sinne. Es waren auch viele Leute unterwegs, was ja grundsätzlich beruhigend ist. Zumindest bis kurz vor Hellnar.

Dann ging es kurz einen Feldweg entlang, bis Komoot endgültig zugeschlagen hat. Jetzt mussten wir erstmal sehr genau hinschauen, wo es überhaupt weitergeht. Aber es ging. Wir haben uns durchgekämpft und kamen irgendwann wieder auf einen breiteren, aber trotzdem relativ unwegsamen Weg.

Hier waren wir dann auch weit und breit die Einzigen. Aber genau das war ja irgendwie auch das Abenteuer. Edgar sowie Oma und Opa haben durchgezogen und alles hat super geklappt. Starke Leistung von allen Beteiligten. Lavafeld geprüft, Wandergruppe hält.

Anschließend gab es für Edgar noch eine wohlverdiente Belohnung in Form eines Eises. Für Mama und Papa gab es ein paar Socken aus dem hiesigen Icewear-Shop. Jeder bekommt eben das, was er im Leben gerade braucht.

Danach haben wir noch schnell einen Aussichtspunkt angefahren, in der Hoffnung, ein paar Papageientaucher zu sehen. Leider war das nichts. Die kleinen Clowns des Nordatlantiks hatten offenbar heute anderweitige Termine. Also ging es weiter zur Búðakirkja für ein paar Fotos.

ℹ️ Búðakirkja
Die Búðakirkja ist eine kleine schwarze Holzkirche bei Búðir auf der Halbinsel Snæfellsnes. Die erste Kirche an diesem Ort wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, die heutige Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert. Durch ihre schwarze Fassade und die freie Lage in der Landschaft zählt sie zu den bekanntesten Fotomotiven Islands.

Jetzt war es aber wirklich Zeit, zurück zur Ferienwohnung zu fahren, ein wenig zu chillen und Rippchen zu essen. Die hatten wir morgens als echtes Schnäppchen im Supermarkt besorgt. Man muss schließlich nehmen, was Island einem preislich gnädig vor die Füße legt.

Als weiteres Highlight kam uns dann noch Erik besuchen. Ein Kumpel aus Zella-Mehlis beziehungsweise Erfurt, der zufällig mit seiner Frau ebenfalls in Island ist und zufällig auch nur etwa 15 Minuten von uns entfernt in einem Ferienhaus wohnt. Die Welt ist klein. In Island offenbar manchmal sogar sehr klein.

Morgen geht es auf Walbeobachtungstour. Aber pssssst… Edgar weiß noch nichts davon.

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