9. Tag – Vestfirðir

Heute stand also die Erkundung der Westfjorde auf dem Programm. Na ja, zumindest so viel davon, wie man eben an einem einzigen Tag schafft, ohne dass am Ende alle im Auto mit der Landschaft verschmelzen. Erst einmal lief alles nach dem inzwischen gut eingespielten Muster: Frühstück, Brote schmieren, Sachen zusammensuchen und los.

Unsere Route: Ferienwohnung → Garðar BA 64 → Patreksfjörður → Rauðisandur → Breiðavík → Látrabjarg → zurück zur Ferienwohnung und danach ab in die heiße Quelle.

ℹ️ Vestfirðir
Vestfirðir, die Westfjorde Islands, gehören zu den abgelegensten Regionen des Landes. Die Landschaft ist geprägt von tief eingeschnittenen Fjorden, steilen Bergen, kleinen Fischerdörfern und oft langen, kurvigen Straßen. Gerade im südlichen Teil der Westfjorde liegen viele bekannte Ziele wie Rauðisandur, Látrabjarg und Patreksfjörður.

Unser erster Stopp war das alte Schiff Garðar BA 64. Dort haben wir nur einen kurzen Fotostopp eingelegt. Was das genau ist? Siehe Infobox. Praktisch, wenn der eigene Reisebericht Service mitliefert.

ℹ️ Garðar BA 64
Garðar BA 64 gilt als eines der ältesten Stahlschiffe Islands. Das Schiff wurde ursprünglich Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und später für Walfang und Fischerei genutzt. Seit seiner Außerdienststellung liegt es am Strand nahe Patreksfjörður und ist heute ein beliebter Fotostopp in den Westfjorden.

Danach ging es weiter nach Patreksfjörður, dem kleinen, aber größten Ort in dieser Ecke. Immerhin gibt es dort einen Minimarkt, und so konnten wir noch ein bis vier Essentials einkaufen. Danach wurden am Strand noch ein paar Steine geflitscht. Das klassische Naturprogramm mit eingebautem Kinder- und Papabeschäftigungsfaktor.

ℹ️ Patreksfjörður
Patreksfjörður ist der größte Ort im südlichen Teil der Westfjorde und gehört zur Gemeinde Vesturbyggð. Der Ort ist traditionell stark von Fischerei und Fischverarbeitung geprägt und dient vielen Reisenden als Ausgangspunkt für Ziele wie Rauðisandur, Látrabjarg oder Dynjandi.

Anschließend fuhren wir nach Rauðisandur, um dort ein wenig umherzuflanieren und unser Mittagspicknick zu machen. Und was soll man sagen: ein wirklich schöner Ort. Viel Grün, steile Berge im Hintergrund und dazu dieser rötliche Strand als Kontrast. Island kann ja manchmal recht dramatisch auftreten, aber hier war es eher die ruhige, weitläufige und fast schon friedliche Variante. Also quasi Island im Entspannungsmodus.

ℹ️ Rauðisandur
Rauðisandur bedeutet übersetzt „roter Sand“. Der Strand ist etwa zehn Kilometer lang und bekannt für seine ungewöhnlichen Farbtöne, die je nach Licht von goldgelb bis rötlich schimmern. Anders als viele schwarze Strände Islands besteht seine Farbe nicht aus Vulkanmaterial, sondern unter anderem aus zermahlenen Muschelschalen.

Von dort aus ging es weiter auf die lange Fahrt in Richtung Látrabjarg. Der Weg dorthin war schon ein kleines Abenteuer für sich: knapp 30 Kilometer über ungeteerte Straßen, bergauf, bergab und immer wieder entlang der Küste. Da hat sich der Allrad-SUV dann doch noch einmal gelohnt. Endlich konnte er zeigen, dass er nicht nur groß aussieht, sondern auch abseits der Asphalt-Komfortzone etwas kann.

Zwischendurch kamen wir durch Breiðavík, das mit seinem breiten Strand und der offenen Landschaft schon sehr beeindruckend wirkt. So langsam merkte man auch, dass man wirklich am Rand von Island unterwegs ist. Viel weiter westlich geht dann irgendwann nur noch mit sehr viel Wasser dazwischen.

ℹ️ Breiðavík
Breiðavík ist eine weitläufige Bucht im südlichen Teil der Westfjorde, nicht weit von Látrabjarg entfernt. Die Gegend ist bekannt für ihren breiten Sandstrand, die offene Küstenlandschaft und ihre Nähe zu einem der wichtigsten Vogelfelsen Islands.

Am Látrabjarg angekommen, wurden wir dann wieder einmal mit bestem Wetter und großartigen Aussichten belohnt. Die Klippen sind wirklich beeindruckend, und man steht dort mit diesem typischen Island-Gefühl: schön, wild, weit und irgendwie immer ein bisschen so, als hätte jemand die Kulisse absichtlich übertrieben.

Und dann haben wir es tatsächlich noch geschafft: Wir haben einen Papageientaucher in freier Wildbahn gesehen! Auf den letzten Tagen wurde damit doch noch eines unserer gesetzten Ziele erreicht. Also Haken dran, Mission Puffin erfolgreich abgeschlossen. Edgar durfte sich freuen, wir durften uns freuen, und der Papageientaucher war vermutlich eher so: „Was gucken die denn alle?“

ℹ️ Látrabjarg
Látrabjarg ist einer der bekanntesten Vogelfelsen Islands und gehört zu den größten Seevogelklippen Europas. Die Klippen erstrecken sich über mehrere Kilometer und erreichen Höhen von über 400 Metern. Besonders bekannt ist der Ort für Papageientaucher, Trottellummen, Tordalken und andere Seevögel. Wichtig: Die Absperrungen sollten unbedingt beachtet werden, da die Klippenkanten brüchig sein können.

Nach diesem schönen Abschluss ging es zurück zur Ferienwohnung. Dort hieß es dann noch einmal: ab in den heißen Pool. Nach so einem Tag genau das Richtige. Viel gefahren, viel gesehen, ein bisschen Abenteuerstraße mitgenommen und am Ende noch entspannt im warmen Wasser gesessen. Schlechter kann man einen Tag in den Westfjorden wirklich kaum beenden.

Jetzt wird schon einmal vorsorglich gepackt, denn morgen steht die große Rückfahrt in Richtung Flughafen an. Übermorgen geht es dann wieder zurück ins warme Deutschland.

Ahoi.

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